Zwei Männer wollen als „Alltagsritter“ in der Krise helfen

Zwei Männer wollen als „Alltagsritter“ in der Krise helfen

uriy Uruskyy und Alexander Kaminentsky (vorne) haben Uwe Schummer, Wolfgang Boochs und Christian Pakusch (v.li.) ihr Projekt vorgestellt. Foto: Ja/Norbert Prümen (nop)

Neersen Yuriy Uruskyy und Alexander Kaminentsky wollen eine Plattform etablieren, auf der Hilfsangebote über Stadtgrenzen hinaus koordiniert werden. Mit Willicher Unterstützung wollen sie bekannter werden.

Sie nennen sich die „Alltagsritter“, und sie wollen helfen; sei es, wenn jemand Rechtsberatung braucht oder aber einen Haarschnitt. Yuriy Uruskyy und Alexander Kaminentsky haben es sich zum Ziel gemacht, Bürger in der Corona-Krise zu unterstützen.
Uruskyy (35) stammt aus der Ukraine, studierte in Aachen Zahnmedizin und arbeitet in einer Düsseldorfer Gemeinschaftspraxis. Weil seine Frau schwanger ist, hat er seinen Jahresurlaub eingereicht. Kaminentsky (33) stammt aus Moskau und lebt in Köln. Der Marketingmann hat in der Corona-Krise mehr Zeit als sonst. Die beiden Männer wollen die Internetplattform „Alltagsritter“ etablieren. Sie wissen, dass eine gute Idee allein noch nicht reicht. Sie müssen noch viele Klinken putzen, um bundesweit bekannt zu werden, wie sie es erhoffen. Jetzt trafen sie sich mit ihrem Bekannten, dem Neersener Rechtsanwalt und Steuerberater Wolfgang Boochs, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und dem CDU-Parteivorsitzenden Christian Pakusch. „Unser Portal hat zwei Ziele“, erklärte Kaminentsky ihnen: Es soll Menschen helfen, die in Zeiten der Pandemie nicht vor die Tür gehen, ihre Alltagsprobleme zu lösen. Zu Hause bleiben, Risiken minimieren, lautet das Motto. Das zweite Ziel: Während jede Gemeinde für sich einen eigenen Weg gehe, um durch die Krise zu kommen, möchten die beiden Männer den Blick über die Ortsgrenzen hinaus werfen.

Zu finden ist die Internetseite unter www.alltagsritter.de. Besucher können zwischen zwölf Kategorien wählen; dort Wünsche und Angebote konkretisieren und der Nähe ihres Wohnorts anpassen. Keminentsky berichtet, dass der Weg bislang nicht immer leicht gewesen sei. Bei einer Hilfsorganisation in Berlin sei er wie ein Bittsteller behandelt worden, sagt der junge Zahnarzt. Auch bei der Kontaktaufnahme mit Krankenhäusern habe er die Überlastung gespürt.

Nun soll es vorangehen: Das Gerüst steht, was fehlt, sind weitere Anbieter von Leistungen – egal, ob ehrenamtlich oder kommerziell – und entsprechende Anbieter. Christian Pakusch nannte direkt eine aktuelle Notlage, bei der das Portal helfen könnte: „Die Suche nach einer Person, die sich um das Kind kümmert, wenn die Eltern arbeiten müssen und die Kita geschlossen ist.“ Allerdings: Das Modell „Alltagsritter“ müsste für einen solchen Fall noch verfeinert werden, denn man will ja wissen, wem man sein Kind anvertraut. Die beiden Initiatoren wollen beobachten, wie sich ihre Idee in den nächsten drei bis sechs Monaten entwickelt. Das Netzwerk soll das Corona-Virus auf jeden Fall überleben.
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